Australische Wasseragame      Physignatus lesueurii lesueurii

Zur Gattung Physignatus zählen 2 Arten ( cocincinus , lesueurii lesueurii ) sowie die Unterart ( lesueurii howitti ).                          Die von mir hier beschriebene Art kommt im östlichen Australien ( Victoria und Queensland ) vor . Sie gehören zu den großen Echsen in der Familie der Agamen . Männliche Tiere erreichen eine Länge von 70-90cm ( Kopf/Rumpf 24-30cm ) . Die Weibchen werden 55-70cm lang ( Kopf/Rumpf 18-24cm ) . Besonders auffällig bei adulten männlichen Tieren ist der große , massige Kopf . Bei dem von mir gehaltenen Männchen ( GL 87cm ) ist nur der Kopf 10cm lang und hinten an den Kieferknochen 9cm in der Breite .                                                                  

Die Tiere sind sehr schön gezeichnet . Unterhalb des Auges bis zum Hals zieht sich eine schwarze Querbinde , die oben und unten hellgelb eingefaßt ist . Über den Rücken und dem Schwanz zieht sich eine schwarze Fleckzeichnung . Die Grundfarbe ist Grau .

Ebenfalls mit schwarzer Zeichnung sind die Oberseiten der Vorder- und Hinterbeine . Am Hinterkopf beginnend bis zur Hälfte des Schwanzes zieht sich ein Stachelkamm . Sowie der Hinterkopf ebenfalls mit regelmäßig angeortneten Stacheln bewehrt ist . Die Brust- und vordere Bauchregion der meisten männlichen Tiere ist rot gefärbt . Der Glaube - rote Brust = Männchen - ist falsch . Es gibt auch sehr oft weibliche Tiere , deren Brustbereich rot gefärbt ist . Bei Jungtieren oder juvenilen Exemplaren ist die Geschlechterbestimmung nur nach äusserem Aussehen daher sehr schwierig .

kopf 3

1,0

0,1

im Vergleich

Terrarienhaltung :

In der Haltung sind die Australischen Wasseragamen wesentlich einfacher , da auch robuster , als die Grüne Wasseragame . Ihre Klimaansprüche sind einfacher und die Tiere sind kaum krankheitsanfällig .

Großes Regenwaldterrarium mit mind. 160x90x160 (lxtxh) . Ich habe jetzt schon des öfteren gelesen , daß Terrarien empfohlen wurden von 120x80x100 cm für 3 Tiere . Über solche Scharlatane die der gesamten Zunft schaden kann man sich nur ärgern . Wenn ich von einem Terrarium mit 100 cm Höhe , 20 cm für Bodengrund und Wasserbecken und nur 20 cm für die Beleuchtung abziehe , bleibt für die Tiere ein nutzbarer Raum von gerade 60 cm und das ist absolut zu wenig .                                                                   Da die Tiere stets in unmittelbarer Nähe von Gewässern leben , darf ein großer Wasserteil , der mindestens 1/3 der Bodenflöche ausmachen sollte , nicht fehlen .  Wassertemperatur 25° C . Das Wasserbecken muss so tief angelegt sein , dass die Tiere darin ganz abtauchen können .  Lufttemperaturen tagsüber 26° - 28° C mit lokaler Wärmestelle bis zu 40° C . Nachts darf die Temperatur auf ca.  20° C zurückgehen . Steinaufbauten müssen gegen Einsturz gesichert sein , da die Tiere auch hin und wieder graben. Klettermöglichkeiten sollten genügend vorhanden sein . Ganz gut machen sich schräge Äste über dem Wasserteil , die zudem nach von einer Lichtquelle angestrahlt werden. Hier liegen die Tiere sehr oft um sich dann genüsslich ins Wasser fallen zulassen . Lesueurii werden im allgemeinen sehr zahm und fressen von der Hand oder Pinzette . Sie lassen sich auch berühren und anfassen nur gegen ein Anheben haben die Tiere im allgemeinen etwas und es kann passieren , daß sie sich mit einem schmerzhaften Biss wehren . Mein Eindruck ist , dass die weiblichen Tiere sich wesentlich mehr bewegen und im laufe eines Tages das gesamte Terrarium durchklettern und durchwandern um sich schon auch hier oder dort zu einem Sonnenbad niederzulassen . Immer wieder suchen sie dabei das Wasserbecken auf.           Das Männchen liegt oft auf der dicken Rindenschwarte (Bild oben) über dem Wasserbecken , streckt "alle Viere" von sich und beobachtet die Umgebung . Hin und wieder lässt er sich mit lautem Platschen ins Wasser fallen , schwimmt ein wenig herum um schliesslich wieder auf der Rindenschwarte zu liegen. Luftfeuchtigkeit tags bis 70% und sollte über Nacht auf über 90% ansteigen.UV - Bestrahlung ist unbedingt nötig.

Bild

0,1 lesueurii , trächtig

Rechts :

Mein jüngstes Paar im Alter von 18 Monaten . Habe die beiden Tiere gegen eigene Nachzuchttiere getauscht .                                  

Für Orginalgröße auf das Bild klicken !

lesu 2

Futter und Fütterung:

Die Futterpalette von lesueurii ist eigentlich sehr reichhaltig , man muss sich dabei aber jeweils nach den Tieren richten . Es kann sein , dass ein Tier etwas ganz besonders gerne frisst , ein anderes Tier aber dieses Futter nicht einmal ansieht.                                 Dies wird besonders bei Obst und Gemüse oder Früchten deutlich.                                                                             Insekten (Heuschrecken und Grillen) fressen die Tiere alle gern , auch große Regenwürmer werden von allen Tieren gierig verschlungen . Zophobas sollte man , auch wenn die Tiere sie gerne fressen , nur selten anbieten.                                                            Die Gefahr der Verfettung ist hier besonders groß. Im allgemeinen habe ich gute Erfahrungen gemacht mit:                               Fisch (Stinte) , Muscheln , Krebstieren , großen Insekten , Löwenzahnblüten , Weintrauben , Erdbeeren , Himbeeren , Orangen sowie ab und zu auch Salate . Junge Mäuse oder nestjunge Ratten werden auch angenommen . Wenn ich mit einer Schüssel Muscheln vor dem Terrarium stehe und die Scheibe aufschiebe , springt mich das Männchen immer an, klettert an mir hoch und holt sich so vor den anderen Tieren seine Portion .                                                                                                                             Überhaupt kann man gar nicht glauben , wenn man die Tiere so sieht , wie schnell sie doch sein können , besonders wenn es ums fressen geht. Eine Hornisse hat sich einmal , zwischen den Schiebescheiben hindurch , ins Terrarium verirrt . Noch bevor ich ein Netz zum Fangen holen konnte , hat das Männchen  , nach kurzem Lauf und gewaltigem Sprung , das Insekt aus der Luft gefangen und verspeist . Natürlich muss man auch lesueurii regelmäßig Kalk - und Vitaminpräparate zugeben.                                                           Jungtiere werden täglich gefüttert , juvenile Tiere füttert man jeden 2. Tag . Adulten lesueurii genügen 2 Fütterungen in der Woche . Man sollte aber stets aufpassen , dass die Tiere nicht zu dick werden . Die Neigung dazu haben sie jedenfalls.

Zucht:                                                                                                                                              In dem schmalen Verbreitungsgebiet der beiden Unterarten findet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Klimata , denen aber eines gemeinsam ist : Ein ausgeprägter Winter !

Ich lege bei meinen Tieren in den Herbstmonaten (Oktober bis Dezember) eine Winterruhe ein . Dafür wird die Temperatur und Einschaltzeit des Tageslichtes über einen Zeitraum von 3 - 4 Wochen kontinuierlich zurück gefahren . Danach gönne ich den Tieren eine Winterruhe von ca. 4 Wochen bei 18° C .                                                                                                      Man kann die Tiere auch noch etwas kühler halten .                                                                                            Im Anschluss wird die Temperatur und die Einschaltzeit des Lichtes wieder langsam erhöht . Ist alles wieder auf "Normal" versuche ich die Luftfeuchtigkeit durch zusätzliches Sprühen etwas zu erhöhen . In dieser Zeit paaren sich die Tiere - das Männchen trägt jetzt besonders intensive Farben und jagt die Weibchen nun ständig durchs Terrarium . Aber auch die Weibchen animieren ihn durch ihr Verhalten . 8 - 10 Wochen später werden ca. 6 - 18 Eier , meist im Boden vergraben , abgelegt .  Die meisten Gelege umfaßten bisher 10 - 12 Eier . Größe bei Ablage 20 - 25 mm .Die Zeitigung im Inkubator bei ca. 28° C  beträgt ca. 65 - 75 Tage. Die Eier haben beim Schlupf eine Länge von ungefähr 35 mm und ihr Umfang hat sich nahezu verdoppelt .

jungtier

Jungtier im Aufzuchtbecken

Allgemeines :

Die Australische Wasseragame läßt sich sehr gut im Terrarium halten und auch züchten . Die Tiere gewöhnen sich schnell ein und werden zutraulich . Wie ich schon beschrieben habe handelt es sich bei diesen Tieren , wohl um eine der robustesten Agamenarten . Natürlich muß man auch diesen wunderschönen Tieren eine möglichst artgerechte Haltung bieten .                                              Männchen sind untereinander eher unverträglich und so möchte ich hier von der Haltung mehrerer Männchen in einem Terrarium abraten . Es sei denn , das Terrarium ist groß genug und alle Tiere können sich gut entfalten .                                                    Leider gibt es bei uns nur sehr wenige Züchter , die diese schönen Tiere anbieten und so gelangen immer wieder Farmnachzuchten aus den USA auf den Markt . Warum auch immer - aber 80% dieser Farmnachzuchten sind männliche Tiere - so kann es leicht passieren man kauft zwar mehrere Jungtiere und es sind doch alles Männchen . So sollte man vorsorgen und sich rechtzeitig nach Tauschmöglichkeiten umsehen . Die beste Möglichkeit ist aber die Tiere bei heimischen Züchtern zu erwerben - aber bitte immer die Elterntiere zeigen lassen.

Home

Seite eröffnet am : 10.06.02

letztes Up-date am : 04.04.2004